Von der Freihandskizze zum 3D-Entwurf

Andrea Kainersdorfers Reflexionen über den Freigegenstand Geometrisches Zeichnen an der PNMS Dobl.


Wie man aus eigener Erfahrung weiß, findet Lernen in seiner ursprünglichen Form durch Ertasten, welches mit dem Verständnis von Formen, Strukturen und räumlichen Begebenheiten einhergeht, statt. So haben die meisten Menschen bereits in ihrer Kindheit Kontakt mit räumlichen geometrischen Objekten. Man denke nur an das Bauen mit Bauklötzen und Legobausteinen oder das Spielen mit einem Ball. Eine durch Geometrie geschulte Raumvorstellung fordert auch der Alltag der Erwachsenen, beispielsweise beim Zusammenbauen von Selbstbaumöbeln, beim Planen einer Kücheneinrichtung oder beim Lesen von Stadt- und Straßenplänen. In vielen Berufen spielen Grundkenntnisse der Geometrie und das räumliche Denken eine bedeutende Rolle. Für Baumeister und Architekten, Zimmerleute, Tischler, Innenarchitekten, Designer, Ingenieure, Chirurgen, Piloten, Landvermesser und weitere Berufsgruppen sind diese Kenntnisse eine wichtige Voraussetzung für eine spätere Karriere. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass bei Aufnahmeprüfungen für technische Berufe und bei vielen Intelligenztests Aufgaben zur Raumvorstellung vorkommen.



Heute haben sich die Anwendungsgebiete und die Bedeutung der Geometrie durch den Einsatz des Computers als neues Konstruktionswerkzeug enorm vervielfacht. Für manche Berufsgruppen eröffnen sich durch die Entwicklung professioneller 3D-Software und das 3D-Konstruieren in virtueller Realität ungeahnte Möglichkeiten. Der kompetenzorientierte Unterricht im Fach Geometrisches Zeichnen schult daher besonders jene Fähigkeiten und Fertigkeiten, die als Ziel die Weiterentwicklung der Raumintelligenz haben. Dabei werden unter dem Kompetenzbegriff längerfristig verfügbare kognitive Fähigkeiten verstanden, die von Lernenden entwickelt werden können und sie befähigen, bestimmte Tätigkeiten in variablen Situationen auszuüben, sowie die Bereitschaft, diese Fähigkeiten und Fertigkeiten einzusetzen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird auf Selbsttätigkeit und eigenständiges Arbeiten im Unterricht besonderer Wert gelegt. Einführende Unterrichtssequenzen vermitteln grundlegende Basiskenntnisse, um vorgegebene Arbeitsaufträge zu lösen, aber auch Kreativität und selbstständige Gestaltungskraft anzuregen. Dabei ist die Freihandskizze ein unverzichtbares Hilfsmittel bei der Entwurfsarbeit, sie wird aber auch als selbstständige Darstellungsform eingesetzt. Modelle und andere Hilfsmittel, die der Entwicklung der Raumanschauung dienen, begleiten die Konstruktion auf dem Zeichenblatt. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler ein gewisses Maß an Sauberkeit und Genauigkeit in der graphischen Ausfertigung entwickeln und eine Zeichnung nach ästhetischen Gesichtspunkten anfertigen können. Unverzichtbar ist der Einsatz einer geeigneten CAD-Software (wir verwenden GAM), um

computerunterstütztes Konstruieren zu ermöglichen. Es ist erfreulich, dass so viele Schülerinnen und Schüler dieses Angebot wahrnehmen und sich mit großem Eifer Fähigkeiten aneignen, die eine nicht unwesentliche Rolle in bestimmten weiterführenden Schulen und in der beruflichen Laufbahn spielen.

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