Oral History

Die 4d-Klasse betreibt aktive Geschichtsforschung.


„Oral History“ ist eine Methode der modernen Geschichtsforschung, die auf der Befragung von Zeitzeugen basiert. Dabei geht es vor allem um Geschichten aus dem Alltag, die aus der Sichtweise der interviewten Personen einen bestimmten Zeitabschnitt beleuchten, im Falle des Oral-History-Projekts der 4d-Klasse die Zeit während und kurz nach dem Zeiten Weltkrieg. Befragt wurden Großeltern, Urgroßeltern, Bekannte, Verwandte über ihre damaligen Erlebnisse.

Unter Anleitung der beiden VU-LehrerInnen Gerlinde Schabelreiter und Dietmar Lischnig sollten die Ergebnisse in Form von Audio- und/oder Videodokumenten festgehalten und präsentiert werden. Die Verschriftlichung erfolgte mittels Portfolio. Zudem konnten in Ermangelung an Gesprächspartnern auch Orte in der näheren und weiteren Umgebung aufgesucht werden, die im Zusammenhang mit dem Weltkriegsgeschehen eine gewisse Bedeutung erfahren hatten, beispielsweise der Fliegerhorst Graz-Thalerhof oder das Schloss Lannach. Das Augenmerk sollte auch auf die Kriegerdenkmäler in den umliegenden Orten gelegt werden, die bei genauerer Betrachtung die Grausamkeit und Sinnlosigkeit des Krieges per se offenbaren. Betroffenheit und Fassungslosigkeit erweckten die Gräueltaten der Nazidiktatur, zu denen im Internet recherchiert wurde, etwa über das KZ-Nebenlager Wagna, die KZ-Außenstelle Peggau oder die Route der „Todesmärsche“ durch die Steiermark.

Den Abschluss des erhellenden Geschichts-Projekts bildeten Lehrausgänge zu den Resten ehemaliger Schießstätten, Munitionslager und Punkeranlagen im Kaiserwald und in das Stollengewirr des Grazer Schlossbergs, wohin sich tausende Menschen während der schweren Bombardements des Bahnhofviertels begeben mussten.


Red.